It’s over !

Zehn lange Monate ist es nun her, dass mich eine unachtsam agierende, 66jährige Dame mit ihrem SUV von der Straße gefegt hat. Anschließend lag ich 4 Wochen im Krankenhaus, war eine Woche im Altersheim zwischengelagert und hatte drei Monate lang eine Anschlussheilbehandlung im Krankenhaus. In all der Zeit habe ich nie daran gezweifelt, irgendwann wieder im Sattel zu sitzen, um meiner großen Leidenschaft zu frönen, dem Motorradfahren. Zeit für ein Resümee. Mir fällt es sehr schwer, diese Mitteilung zu schreiben. Doch es ist vorbei. Ich werde nie wieder im Leben richtig fahren können. Jede Bodenwelle, die ich überfahre und jeder Stein, den ich überrolle sind wie ein Messerstich in meinem Rücken, der ja auch gebrochen war. Ob das je wieder besser wird, bezweifele ich. Und selbst, wenn man nur auf topfebenem Geläuf unterwegs ist, kann ich nicht länger als 15 Minuten am Stück sitzen. Mein völlig zertrümmerter Fuß schmerzt so sehr, dass ich aufgeben muss. So etwas muss man erstmal verarbeiten. Damit gehören die geführten Motorradtouren auch der Vergangenheit an.

Ich befinde mich derzeit in meiner vertraglich vereinbarten Auszeit und konnte in dieser Zeit ausprobieren, ob das Zweiradfahren wieder klappt. Nun könnte man meinen, dass die Zeit alle Wunden heilt. Das tut sie oft. Nur in diesem Fall kann man von der Zeit keine Wunder erwarten. Das Lymphsystem ist am Fußgelenk total zerstört und hat sich derzeit noch nicht regeneriert. Die alle mehrfach gebrochenen und zersplitterten Mittelfußknochen werden sich auch nie wieder finden. Richtig gehen kann ich auch nie wieder, laufen sowieso nicht. Knien geht auch nicht, Lasten tragen ebenso wenig. Bücken oder hinknien klappt nicht ohne starke Schmerzen und lange sitzen fällt ebenso aus. Als mein Sohn zu mir sagte, ich sei ein Krüppel (eine Feststellung, keine Beschimpfung), war ich tagelang schlecht drauf. Doch er hat recht. Das alles ist schon schlimm genug. Hinzu gesellen sich die Erfahrungen, die ich mit unserem Gesundheitssystem gerade mache – Die Krankenkasse oder auch die BG behandeln einen wie jemanden, der unter Generalverdacht steht und erschweren Erstattungen. 2026 wird das Jahr werden, dass ich mehr in irgendwelchen Wartezimmern bei Ärzten verbringen werde als daheim. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht im Detail drauf eingehen, den Kampf zurück ins Leben kann man demnächst in meinem neuen Buch nachlesen.

Ja, meine Bücher. Ich habe den Buchversand bis zum 1. Mai 2026 ausgesetzt, da ich im Ausland bin und nicht versenden kann. Aber soviel sei hier schon verraten: Ab Oktober 2026 wird es ein neues Buch von mir geben. Die derzeit lieferbaren Bücher sind ab Montag wieder bestellbar. An dieser Stelle möchte ich bei allen entschuldigen, die mir in den vergangenen Monaten geschrieben und keine Antwort erhalten haben. Ich musste mein Schicksal erstmal verarbeiten und akzeptieren.